Kurzfassung
- In Deutschland laufen Anzeigen über und unter den AI Overviews, mit ganz normalen Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen.
- Anzeigen innerhalb der AI Overviews gibt es bisher nur auf Englisch in zwölf Ländern. Im AI Mode testet Google neue Formate, eine Freigabe für Deutschland gibt es noch nicht.
- Eine eigene Kampagnenart oder eine Einstellung zum Buchen gibt es nicht. Google wählt die Anzeigen nach Suchanfrage und Inhalt der KI-Antwort aus und setzt dafür Broad Match oder keywordlose Ausrichtung voraus, also AI Max, Performance Max, Shopping oder dynamische Suchanzeigen.
- Für Shopping-Anzeigen in KI-Antworten nennt Google vor allem den Feed: aktuelle Preise, Beschreibungen, Versand und Rückgabe, genug gute Bilder.
- In unseren Kundenkonten liefen 57 % der Suchkonten mit Broad Match oder AI Max. Der Rest wäre mit seinen Textanzeigen für die neuen Platzierungen heute kaum ausgerichtet.
Was sind Anzeigen im AI Mode und in AI Overviews?
AI Overviews sind die KI-Übersichten, die Google bei komplexen Fragen über den normalen Suchergebnissen einblendet. Der AI Mode ist ein eigener Suchmodus, in dem du im Dialog suchst und nachfragst. In Deutschland gibt es die AI Overviews seit dem 26. März 2025 (Google Blog) und den AI Mode seit dem 8. Oktober 2025 (Google Blog).
Anzeigen können an drei Stellen stehen, und für jede gilt ein anderer Stand:
- in Deutschland verfügbar
- in allen über 200 Märkten mit AI Overviews
- normale Auktion wie bei jeder Suchanzeige
- in Deutschland noch nicht verfügbar
- nur Englisch, in zwölf Ländern wie USA, Kanada und Australien
- Text- und Shopping-Anzeigen aus Suche, Shopping und PMax
- in Deutschland noch nicht verfügbar
- Google testet neue Formate, zuerst in den USA
- getragen von AI Max und Performance Max
Die Anzeigen über und unter den AI Overviews laufen nach dem bestehenden Auktionssystem. Infrage kommen Text-, Shopping-, lokale und App-Anzeigen aus Such-, Shopping-, Performance-Max- und App-Kampagnen (Google Ads-Hilfe). Für Shops heißt das: Wenn deine Shopping- oder PMax-Kampagne heute bei einer Suche mit KI-Übersicht ausgeliefert wird, steht sie genau dort.
Den Stand zu AI Max und die Vergleichstabelle der Kampagnenarten findest du im Beitrag AI Max für Suchkampagnen. Hier geht es um die Platzierungen, den Feed und die Folgen für Shopping und Performance Max.
So wählt Google Anzeigen für KI-Antworten aus
Bei Anzeigen innerhalb der AI Overviews berücksichtigt Google sowohl die Suchanfrage als auch den Inhalt der KI-Übersicht (Google Ads-Hilfe). Google nennt als Beispiel die Frage, warum ein Pool grün ist und wie man ihn reinigt. Die Frage ist nicht kommerziell, die Übersicht erklärt aber das Absaugen, und dazu passt eine Anzeige für Poolsauger.
Daraus folgen drei Dinge, die du wissen solltest:
- Keywords reichen nicht. AI Overviews erscheinen bei komplexen Fragen, auf die kaum jemand Keywords bucht. Google verlangt deshalb Broad Match in Suchkampagnen oder keywordlose Ausrichtung über AI Max, Performance Max, Shopping oder dynamische Suchanzeigen. Dazu empfiehlt Google Smart Bidding.
- Du kannst die Platzierung weder buchen noch abwählen. Eine gezielte Ausrichtung auf AI Overviews gibt es nicht, ein Ausschluss ebenfalls nicht.
- Du siehst sie nicht im Bericht. Anzeigen in AI Overviews zählen als Top-Anzeigen, einen eigenen Bericht dafür gibt es nicht.
Ausgenommen sind laut Google sensible Branchen wie Erotik, Alkohol, Glücksspiel, Finanzen, Gesundheit und Politik. Wer in einer dieser Branchen verkauft, sollte mit Anzeigen in den AI Overviews vorerst nicht planen.
Für den AI Mode hat Google auf der Google Marketing Live im Mai 2026 neue Formate vorgestellt: Anzeigen, die eine konkrete Frage beantworten, hervorgehobene Empfehlungen in Listen, KI-gestützte Shopping-Anzeigen mit einer Erklärung, warum ein Produkt passt, und Direktangebote mit Rabatten (Google Blog). Die KI-gestützten Shopping-Anzeigen sollen über Performance Max und AI Max für Shopping kommen (Google). Länder und Termine nennt Google dafür nicht.
Der Feed entscheidet über Shopping-Anzeigen in KI-Antworten
Eine Textanzeige schreibst du selbst, eine Shopping-Anzeige baut Google aus deinem Feed. Je mehr die KI-Antwort erklärt und vergleicht, desto wichtiger wird, was in deinen Produktdaten steht. Für Anzeigen in AI Overviews rät Google Händlern ausdrücklich (Google Ads-Hilfe):
- den Feed aktuell zu halten
- Beschreibungen, Preise und Aktionen, Versand und Rückgabe und weitere Produktattribute zu prüfen
- die Angaben regelmäßig zu kontrollieren
- genug Bilder und Videos in guter Qualität und Vielfalt bereitzustellen
Produktdetails und Attribute für Dialoge: Im Merchant Center kannst du technische Daten über das Attribut Produktdetails liefern, bis zu 100 Einträge je Produkt. Google nennt ausdrücklich den AI Mode als Fläche, auf der das hilft (Merchant Center-Hilfe). Dazu kommen optionale Attribute für Dialoge wie Fragen und Antworten, verwandte Produkte oder Varianten. Du lieferst sie am besten über einen zusätzlichen Feed, die Freigabe deiner Produkte ändern sie nicht (Merchant Center-Hilfe). Mehr zu diesen Attributen steht im Beitrag zu Agentic Commerce.
AI Max für Shopping ist eine Beta, die Produkttitel passend zur Suchanfrage umschreibt und damit ausdrücklich auf AI Overviews und AI Mode zielt. Die Textanpassung funktioniert bisher aber nur mit englischsprachigen Feeds (Google Ads-Hilfe). Für deutsche Shops bleibt der eigene Titel also vorerst das, was Google zeigt. Ein guter Titel mit Marke, Produktart und den wichtigsten Merkmalen ist deshalb weiter Pflicht.
Prüf deinen Feed: Der Feed-Check zeigt dir, welche Pflichtfelder und Attribute in deinem Feed fehlen, und schreibt Produkttitel mit Marke, Produktart und Merkmalen neu.
Was das für Shopping und Performance Max heißt
Für Shops ist die gute Nachricht: Du musst nichts aktivieren. Shopping- und Performance-Max-Kampagnen sind für die Platzierungen rund um die AI Overviews automatisch zugelassen, und sie gelten als keywordlos. Wer im Onlineshop auf Shopping oder PMax setzt, ist also schon im Spiel. In unseren Konten mit mindestens 500 € Kosten im Zeitraum traf das auf 192 von 212 zu.
Die Folgen liegen woanders:
- Suchkampagnen mit Phrase und Exact decken die langen Fragen nicht ab, auf die AI Overviews reagieren. Wer seine Textanzeigen dort zeigen will, braucht Broad Match oder AI Max, beides mit Leitplanken.
- Performance Max wird wichtiger, weil Google die neuen Formate im AI Mode über PMax und AI Max baut. Damit wird auch der Kanalbericht und die Pflege der Asset-Gruppen wichtiger, siehe Performance Max optimieren.
- Die Messung verschiebt sich. Da es keinen eigenen Bericht für KI-Platzierungen gibt, bewertest du Kampagnen weiter über Suchbegriffe, Conversion-Wert und ROAS. Lange, fragende Suchbegriffe im Suchbegriffbericht sind der beste Hinweis darauf, dass KI-Antworten im Spiel sind.
- Markenausschlüsse und negative Keywords bleiben deine wichtigste Steuerung. Je breiter Google ausspielt, desto mehr Suchbegriffe landen im Konto, die du nicht willst.
Was wir in Kundenkonten sehen
Wir haben die Google-Ads-Konten ausgewertet, die wir betreuen, für den Zeitraum 29.06. bis 27.09.2026. Zwei Fragen standen im Mittelpunkt: Wie viele Konten erfüllen heute die Voraussetzung für Textanzeigen in KI-Antworten, und welche Rolle spielen lange Suchanfragen schon jetzt?
Ausrichtung der Suchkampagnen: Von 119 Konten mit mindestens 500 € Keyword-Kosten in Suchkampagnen hatten 68 entweder mindestens 10 % der Keyword-Kosten in Broad Match oder eine Kampagne mit AI Max. Über alle Konten gerechnet lagen 12 % der Keyword-Kosten auf Broad Match, 55 % auf Phrase und 33 % auf Exact.
Das ist keine Empfehlung, pauschal auf Broad Match umzustellen. Im Beitrag zu AI Max zeigen wir, dass die zusätzlichen Suchbegriffe im Median einen deutlich niedrigeren ROAS hatten. Es heißt nur: Wer bewusst bei Phrase und Exact bleibt, verzichtet auf die neuen Platzierungen, und das ist eine Entscheidung, die du kennen solltest.
Lange Suchanfragen: Aus den Suchbegriffberichten von 177 Konten haben wir gezählt, wie viele Wörter eine Suchanfrage hat. Google weist nicht jeden Suchbegriff aus, erfasst ist gut die Hälfte der Kosten.
Suchanfragen mit fünf und mehr Wörtern machten gepoolt 5 % der Impressionen aus, im Median je Konto 3,5 % der Klicks. Ihr ROAS lag im Median 28 % unter dem von Suchen mit ein oder zwei Wörtern, besser war er nur in 30 von 102 Konten mit genug Daten. In Shopping und Performance Max war der Abstand mit 11 % deutlich kleiner als in Suchkampagnen.
Lange Fragen sind also heute ein kleiner und im Schnitt weniger ertragreicher Teil des Budgets. Genau diese Anfragen beantwortet Google aber zunehmend mit KI. Wenn dort künftig auch in Deutschland Anzeigen stehen, entscheidet der Feed, ob dein Produkt zur Frage passt, und nicht das Keyword.
Was Händler in Deutschland jetzt tun sollten
- Feed vervollständigen: Beschreibungen, Produktdetails, Versand und Rückgabe, mehrere Bilder je Produkt. Das hilft heute in Shopping und PMax und morgen in KI-Antworten.
- Titel selbst pflegen: Solange AI Max für Shopping deutsche Titel nicht umschreibt, zeigt Google deinen Titel.
- Ausrichtung bewusst wählen: Broad Match oder AI Max dort testen, wo Conversion-Wert und Budget es tragen, mit Markenausschlüssen und negativen Keywords.
- Lange Suchbegriffe beobachten: Filtere den Suchbegriffbericht regelmäßig nach Fragen und langen Anfragen und prüfe, welche Produkte darauf ausgespielt werden.
- Nicht auf eine Einstellung warten: Es gibt keinen Schalter für KI-Platzierungen. Wer Feed und Kampagnen jetzt vorbereitet, ist dabei, sobald Google sie in Deutschland freigibt.
Häufige Fragen
Gibt es in Deutschland Anzeigen in den AI Overviews?
Über und unter den AI Overviews ja, mit normalen Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen. Innerhalb der AI Overviews bisher nicht, diese Platzierung gibt es nur auf Englisch in zwölf Ländern, darunter die USA, Kanada und Australien.
Gibt es Anzeigen im AI Mode in Deutschland?
Noch nicht. Google testet neue Formate im AI Mode, zuerst in den USA. Einen Termin oder eine Länderliste für Deutschland hat Google nicht genannt.
Brauche ich eine neue Kampagne für Anzeigen in KI-Antworten?
Nein. Die Anzeigen kommen aus bestehenden Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen. Für Textanzeigen in den AI Overviews setzt Google Broad Match oder keywordlose Ausrichtung wie AI Max voraus.
Kann ich Anzeigen in AI Overviews ausschließen?
Nein. Eine gezielte Ausrichtung auf AI Overviews oder ein Ausschluss ist nicht möglich. Die Anzeigen zählen im Bericht als Top-Anzeigen, einen eigenen Bericht gibt es nicht.
Welche Feed-Daten sind für KI-Antworten wichtig?
Google nennt aktuelle Preise und Aktionen, Beschreibungen, Versand und Rückgabe, weitere Produktattribute sowie genug gute Bilder und Videos. Zusätzlich kannst du Produktdetails und optionale Attribute für Dialoge wie Fragen und Antworten im Merchant Center hinterlegen.
Schreibt Google meine Produkttitel für KI-Antworten um?
Mit AI Max für Shopping kann Google Produkttitel passend zur Suche umschreiben. Die Funktion ist eine Beta und funktioniert bisher nur mit englischsprachigen Feeds. Bei deutschen Feeds zeigt Google deinen eigenen Titel.
Quellen
- Google Ads-Hilfe: Anzeigen und AI Overviews
- Google Ads-Hilfe: AI Max für Shopping-Kampagnen (Beta)
- Merchant Center-Hilfe: Produktdetails
- Merchant Center-Hilfe: Attribute für Dialoge
- Google Blog: Eine neue Generation von Anzeigen für die KI-Ära der Google Suche, 20.05.2026
- Google: Ads in AI Mode
- Google: AI-powered Shopping ads
- Think with Google: AI Mode has landed, Oktober 2025
- Google Blog: Übersicht mit KI startet in Deutschland
- Google Blog: KI-Modus startet in DACH
- Eigene Auswertung Ausrichtung: 119 Google Ads Konten in Euro mit mindestens 500 € Keyword-Kosten in Suchkampagnen, 29.06. bis 27.09.2026, AI Max nach Kampagneneinstellung am 28.09.2026; Kampagnentypen aus 212 Konten mit mindestens 500 € Kosten
- Eigene Auswertung Suchbegriffe: ausgewiesene Suchbegriffe aus 177 Google Ads Konten in Euro mit mindestens 500 € Kosten und Conversion-Wert in Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen, 29.06. bis 27.09.2026; ROAS-Vergleich über 102 Konten mit mindestens 100 € je Gruppe






