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ChatGPT Ads für Onlineshops: Konto, Einladung und Einstieg

Seit Ende August 2026 kannst du in Deutschland, Österreich und der Schweiz Anzeigen in ChatGPT schalten, im Self-Service über den Ads Manager von OpenAI. Für Onlineshops ist das spannend, aber noch kein Ersatz für Google Ads. So richtest du das Konto richtig ein, so funktionieren Formate und Kosten, und so findest du heraus, ob sich der Test für deinen Shop lohnt.

ChatGPT Ads für Onlineshops: Konto, Einladung und Einstieg

Kurzfassung

  • ChatGPT Ads sind Anzeigen unter den Antworten von ChatGPT. Seit Ende August 2026 laufen sie auch in Deutschland und Österreich, Self-Service über den Ads Manager ist dort und in der Schweiz verfügbar.
  • Das Konto legt immer der Shop selbst an. Agenturen können kein Konto für Kunden erstellen und es gibt kein Verwaltungskonto wie die MCC bei Google. Die Agentur wird einzeln eingeladen, und zwar mit genau der E-Mail-Adresse, mit der sie sich bei OpenAI anmeldet.
  • Abgerechnet wird nach Impressionen oder Klicks. OpenAI empfiehlt für Klick-Kampagnen ein Startgebot von 3 bis 5 US-Dollar je Klick, das Mindestbudget liegt bei 15 Euro am Tag.
  • Für Shops gibt es Kampagnen aus einem Produktfeed. Laut OpenAI gehören sie zu den stärksten Anzeigen im Programm, der Feed hat aber ein eigenes Format.
  • In unseren Kundenkonten brachte ein Klick aus Shopping und Performance Max im Median 2,18 € Conversion-Wert bei 0,46 € Kosten. Bei den empfohlenen Klickpreisen lohnt sich ChatGPT deshalb vor allem für Shops mit hohem Warenkorb.

Was sind ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads sind bezahlte Anzeigen, die OpenAI unter den Antworten von ChatGPT ausspielt. Sie sind als gesponsert gekennzeichnet und optisch von der Antwort getrennt. Laut OpenAI beeinflussen sie die Antwort nicht, Werbetreibende können Antworten weder formen noch ranken (OpenAI-Hilfe).

Eine Anzeige besteht aus Name und Logo des Werbetreibenden, Titel, Text, Bild und Zielseite (OpenAI-Hilfe). Welche Anzeige erscheint, entscheidet das System nach dem Kontext des Gesprächs, nach der Anzeige selbst und nach Kontexthinweisen, die du je Anzeigengruppe hinterlegst. Diese Hinweise sind ausdrücklich keine exakten Keywords. Unter mehreren passenden Anzeigen entscheidet eine nach Relevanz gewichtete Zweitpreisauktion.

So kommt eine Anzeige in ChatGPT zustande
  1. GesprächNutzer fragt nach Optionen, Vergleichen, Empfehlungen
  2. AntwortChatGPT antwortet, unabhängig von Anzeigen
  3. AuswahlKontext des Gesprächs, Anzeige, Zielseite, Kontexthinweise
  4. Auktionnach Relevanz gewichtet, Zweitpreis
  5. Anzeigeunter der Antwort, als gesponsert gekennzeichnet
Quelle: eigene Darstellung nach der OpenAI-Hilfe zu Anzeigen in ChatGPT

Anzeigen erscheinen nur in den Tarifen Free und Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, ebenso Konten, die OpenAI als minderjährig einstuft, und temporäre Chats. In Gesprächen zu Gesundheit, psychischer Gesundheit oder Politik gibt es keine Anzeigen (OpenAI-Hilfe).

Wichtig für den DACH-Raum: Personalisierte Anzeigen gibt es im EWR und in der Schweiz vorerst nicht. Die Auswahl stützt sich hier auf das aktuelle Gespräch, nicht auf frühere Chats oder das Gedächtnis von ChatGPT. Eigene Zielgruppen solltest du für Kampagnen in diese Länder deshalb vorerst nicht einsetzen (OpenAI-Hilfe).

Nicht zu verwechseln sind Anzeigen mit den Produktergebnissen, die ChatGPT bei Kaufanfragen zeigt. Diese wählt ChatGPT laut OpenAI unabhängig aus, sie sind keine Anzeigen und lassen sich nicht kaufen (OpenAI-Hilfe). Wie du dort sichtbar wirst, ist eine Frage von Produktdaten, mehr dazu im Beitrag zu Agentic Commerce.

Stand im September 2026

OpenAI testet Anzeigen seit dem 9. Februar 2026, zuerst in den USA (OpenAI-Hilfe). Nach einem Pilot von Februar bis April hat OpenAI den Zugang über den Self-Service im Ads Manager geöffnet, dazu kamen Klickpreise und Conversion-Messung (OpenAI, OpenAI-Hilfe). Ende August kamen 31 europäische Märkte hinzu, darunter Deutschland und Österreich (OpenAI). Laut der Länderliste von OpenAI ist der Self-Service in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar (OpenAI-Hilfe).

Das Programm ist ausdrücklich eine Beta. OpenAI kündigt Änderungen an Auslieferung und Formaten an und sagt selbst, dass es noch keine Leistungs-Benchmarks gibt (OpenAI-Hilfe). Wer jetzt startet, testet, und sollte das Budget auch so planen.

Konto und Agentur-Einladung: So läuft die Einrichtung

Hier unterscheidet sich ChatGPT am deutlichsten von Google Ads. Bei Google verwaltet eine Agentur alle Kundenkonten in einem Verwaltungskonto, der MCC, und kann neue Konten selbst anlegen. Bei OpenAI geht das nicht: Agenturen dürfen keine Werbekonten im Namen ihrer Kunden erstellen. Die Agentur kann erst eingeladen werden, wenn der Kunde sein Konto angelegt hat (OpenAI-Hilfe).

Worauf du beim Anlegen achten musst:

  1. Nur eine Person legt das Konto an. Je Unternehmen soll laut OpenAI nur ein Kontoinhaber das Werbekonto erstellen. Doppelte Anträge beschleunigen die Prüfung nicht.
  2. Land, Währung und Zeitzone sind endgültig. Sie lassen sich nach dem Anlegen nicht mehr ändern. Wer sie falsch setzt, braucht ein neues Konto.
  3. Die Prüfung dauert. Nach den Angaben zur Firma folgen eine Verifizierung über den Dienst Persona und eine Prüfung durch OpenAI, die sich nicht beschleunigen lässt. Die Freischaltung kommt per Mail.
  4. Name und Logo prüfen. Unter Einstellungen, Kontoinformationen müssen Kontoname und Logo so hinterlegt sein, wie sie in der Anzeige erscheinen sollen. Ohne diesen Schritt läuft keine Anzeige.
  5. Abrechnung einrichten. Im Self-Service zahlst du per Kreditkarte, abgerechnet wird nachträglich, sobald eine Zahlungsschwelle erreicht ist (OpenAI-Hilfe).

Die Einladung an die Agentur verschickst du unter Einstellungen, Nutzer, Einladen. Entscheidend ist die Adresse: Eingeladen wird die E-Mail-Adresse, mit der sich die Person bei OpenAI anmeldet. Eine Einladung an eine andere Adresse, etwa ein allgemeines Postfach, führt nicht zum Zugriff, auch wenn es dieselbe Firma ist. Zur Auswahl stehen die Rollen Admin, Mitglied und Betrachter, und sie gelten immer für genau ein Werbekonto (OpenAI-Hilfe). Eine Einladung in einen ChatGPT-Workspace gibt keinen Zugriff auf das Werbekonto.

In der Praxis heißt das: Frag deine Agentur vorher nach der genauen Login-Adresse und lade jede Person einzeln ein. Jeder Werbetreibende braucht ein eigenes Konto, bei mehreren Shops mit getrennter Abrechnung also je Shop eines.

Kampagnen, Formate und Kosten

Ziele und Abrechnung: Du wählst je Kampagne ein Ziel. Bei Sichtbarkeit zahlst du je 1.000 Impressionen, bei Klicks je gültigem Klick. Beim Ziel Conversions optimiert ChatGPT auf ein Standardereignis wie einen Kauf, abgerechnet wird trotzdem nach Klick oder Impression, nicht je Conversion (OpenAI-Hilfe). Ziel und Abrechnungsart lassen sich später nicht ändern.

Gebote und Budget: Für Klick-Kampagnen empfiehlt OpenAI ein maximales Gebot von 3 bis 5 US-Dollar je Klick zum Start (OpenAI-Hilfe). Das Mindestbudget liegt bei 15 Euro bzw. 20 Franken am Tag. Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt über sieben Tage, an einzelnen Tagen kann bis zum Doppelten ausgegeben werden (OpenAI-Hilfe).

Produktfeed-Kampagnen: Für Händler mit großem oder häufig wechselndem Sortiment kannst du einen Produktfeed hochladen und daraus Anzeigen mit Bild, Titel, Bewertungssternen, Preis und Sonderpreis erzeugen. Laut OpenAI gehören Anzeigen aus Produktfeeds bisher zu den stärksten im Programm (OpenAI-Hilfe). Drei Punkte solltest du kennen:

  • Der Feed folgt einem eigenen Format von OpenAI, mit Feldern wie Verkäufer, Rückgaberichtlinie und Werbefreigabe je Produkt. Dein Google-Feed lässt sich als Grundlage nutzen, muss aber umgebaut werden (OpenAI-Entwicklerdoku).
  • Hochgeladene Artikel verfallen nach zwei Wochen. Eine feste Feed-URL oder ein automatischer SFTP-Upload ist deshalb Pflicht.
  • Feed-Kampagnen lassen sich nur auf Länder ausrichten, nicht auf Regionen.

Die App für Shopify, die Katalog und Pixel automatisch verbindet, gibt es bisher nur in den USA. OpenAI kündigt sie für alle Märkte mit Anzeigen an (OpenAI-Hilfe).

Messung: Conversions misst du mit dem OpenAI Pixel, der Conversions API oder beidem. Zusätzlich kannst du UTM-Parameter an die Zielseiten hängen und den Traffic in deiner Webanalyse auswerten (OpenAI-Hilfe). Pixel und Conversions API gehören wie jedes Tracking in deine Einwilligungsverwaltung.

Zwei Stolpersteine: Deine Zielseiten müssen erreichbar sein und dürfen die Crawler OAI-AdsBot und OAI-SearchBot nicht blockieren (OpenAI-Hilfe). Viele Shops sperren KI-Crawler pauschal in der robots.txt oder in der Bot-Abwehr. Und neue Konten dürfen laut OpenAI teils zunächst nur im eigenen Land werben, bis die Verifizierung durch ist und Mindestausgaben erreicht sind. Wer aus Deutschland auch nach Österreich oder in die Schweiz verkauft, startet also womöglich nur mit Deutschland.

ChatGPT Ads und Google Ads im Vergleich

ChatGPT Ads ersetzen Google Ads nicht, sie erreichen Menschen in einem anderen Moment. In der Google Suche tippt jemand eine Anfrage, oft schon mit Produkt oder Marke. In ChatGPT beschreibt jemand ein Problem und vergleicht Optionen, die Anzeige passt zum Gespräch statt zu einem Keyword.

ChatGPT Ads und Google Ads für Onlineshops
ChatGPT Ads
  • Anzeige unter der Antwort, nach Kontext des Gesprächs
  • Kontexthinweise statt Keywords
  • Produktfeed im eigenen OpenAI-Format
  • kein Verwaltungskonto für Agenturen, Kunde lädt ein
  • im EWR und in der Schweiz keine Personalisierung
  • Beta, noch keine Benchmarks
Google Ads
  • Suche, Shopping, Performance Max, YouTube und mehr
  • Keywords, Suchbegriffe und Produktdaten
  • Merchant-Center-Feed für Shopping und Performance Max
  • Agentur verwaltet alle Konten in der MCC
  • Zielgruppen und Kundenlisten
  • Smart Bidding auf Conversion-Wert und ROAS
Quelle: eigene Darstellung nach der OpenAI-Hilfe und der Google Ads-Hilfe

Für die Planung heißt das: Google Ads bleibt der Kanal, der im Onlineshop den Umsatz trägt. In unseren Konten liefen in den letzten zwölf Monaten 84 % des Budgets und 85 % des Conversion-Werts über Shopping und Performance Max, also über den Produktfeed. ChatGPT ist ein zusätzlicher Test, den du mit eigenem Budget und eigener Messung bewertest, nicht aus dem Google-Budget.

Umgekehrt zahlt sich die Arbeit am Feed doppelt aus. Wer bei Google saubere Titel, Attribute, Bilder und Preise pflegt, hat die Grundlage für die Feed-Kampagnen in ChatGPT und für die unbezahlten Produktergebnisse dort schon zum großen Teil gelegt.

Für wen sich ChatGPT Ads lohnen

Die entscheidende Rechnung ist der Klickpreis. Bei einem Klickpreis von 3 € und einem Ziel-ROAS von 4 muss jeder Klick im Schnitt 12 € Umsatz bringen. Wie viel Umsatz ein Klick bei dir bringt, siehst du in Google Ads: Conversion-Wert geteilt durch Klicks.

Wir haben das für 179 unserer Konten ausgewertet, die vom 29.06. bis 27.09.2026 mindestens 500 € in Shopping und Performance Max ausgegeben haben. Ein Klick kostete dort im Median 0,46 € und brachte 2,18 € Conversion-Wert. Bei einem Viertel der Konten lag der Wert je Klick unter 1,27 €, beim besten Viertel über 3,74 €.

Konten nach Conversion-Wert je Klick in Shopping und Performance Max
Mindestens 3 € je Klick33 %
Mindestens 5 € je Klick18 %
Mindestens 10 € je Klick4 %
Mindestens 12 € je Klick3 %
Quelle: eigene Auswertung von 179 Google Ads Konten mit mindestens 500 € Kosten in Shopping und Performance Max, 29.06. bis 27.09.2026

Die 12 € aus dem Rechenbeispiel erreichten nur 5 der 179 Konten. Unwirtschaftlich ist ChatGPT für die anderen damit nicht automatisch. Ein Klick aus einem Beratungsgespräch kann mehr wert sein als einer aus der Suche, und das empfohlene Gebot ist nur ein Startwert. Belastbare Zahlen dazu gibt es noch nicht, auch von OpenAI nicht. Die Rechnung zeigt aber, wie hoch die Latte liegt.

Gute Voraussetzungen haben Shops mit:

  • hohem Warenkorb und erklärungsbedürftigen Produkten, bei denen Menschen vor dem Kauf vergleichen und nachfragen
  • sauberem Produktfeed und einer Messung, die Käufe mit Wert zuverlässig zählt
  • Budget für einen Test von mehreren Wochen, das nicht aus laufenden Google-Kampagnen abgezogen wird

Warten solltest du, wenn dein Warenkorb klein ist, dein Tracking Lücken hat oder deine Google-Kampagnen ihr Potenzial noch nicht ausschöpfen.

Rechne vor dem Test nach: Mit dem Break-even-ROAS-Rechner bestimmst du aus deiner Marge, welchen ROAS ein neuer Kanal mindestens erreichen muss. Zusammen mit deinem Wert je Klick siehst du, welcher Klickpreis sich trägt.

So würden wir einen Test aufsetzen: eine Kampagne aus dem Produktfeed mit einer klar abgegrenzten Kategorie, Ziel Klicks oder Conversions, Pixel und UTM-Parameter vom ersten Tag an, ein fester Testzeitraum und am Ende der Vergleich mit dem Break-even-ROAS. Da die Kosten in der Oberfläche bis zu acht Stunden verzögert erscheinen, bewertest du nicht nach einem Tag.

Häufige Fragen

Gibt es ChatGPT Ads in Deutschland?

Ja. Seit Ende August 2026 spielt OpenAI Anzeigen in 31 europäischen Märkten aus, darunter Deutschland und Österreich. Den Self-Service über den Ads Manager gibt es laut OpenAI in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Kann meine Agentur das ChatGPT-Werbekonto für mich anlegen?

Nein. OpenAI unterstützt es nicht, dass Agenturen Werbekonten im Namen ihrer Kunden erstellen. Du legst das Konto selbst an und lädst die Agentur danach ein, mit genau der E-Mail-Adresse, mit der sie sich bei OpenAI anmeldet.

Was kosten ChatGPT Ads?

Du zahlst je 1.000 Impressionen oder je Klick, der Preis ergibt sich in der Auktion. OpenAI empfiehlt für Klick-Kampagnen ein Startgebot von 3 bis 5 US-Dollar. Das Mindestbudget liegt bei 15 Euro am Tag.

Kann ich meinen Google-Shopping-Feed für ChatGPT verwenden?

Nicht direkt. OpenAI nutzt ein eigenes Feed-Format mit zusätzlichen Feldern wie Verkäufer, Rückgaberichtlinie und Werbefreigabe. Die Inhalte deines Google-Feeds sind eine gute Grundlage, müssen aber umgewandelt und regelmäßig neu geliefert werden, weil Artikel nach zwei Wochen verfallen.

Beeinflussen Anzeigen die Antworten von ChatGPT?

Laut OpenAI nicht. Anzeigen laufen auf getrennten Systemen, sind gekennzeichnet und stehen unter der Antwort. Auch die Produktergebnisse, die ChatGPT bei Kaufanfragen zeigt, sind keine Anzeigen.

Sehen Werbetreibende die Chats der Nutzer?

Nein. Werbetreibende bekommen nur zusammengefasste Werte wie Impressionen, Klicks und Conversions, keine Chats, keine Namen und keine genauen Standorte.

Quellen

Wir prüfen, ob ChatGPT Ads für deinen Shop einen Test wert sind.

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