Store Visits & LIA

Local Inventory Ads und Ladenbesuche: Google Ads für Händler mit Filialen

Mit Local Inventory Ads zeigst du in Google, was in deiner Filiale vorrätig ist. Mit Ladenbesuchen misst du, ob die Anzeigen Menschen ins Geschäft bringen. So richtest du beides ein und darauf kommt es in der Praxis an.

Local Inventory Ads und Ladenbesuche: Google Ads für Händler mit Filialen

Kurzfassung

  • Local Inventory Ads (auf Deutsch "Anzeigen für lokales Inventar") zeigen in Shopping-Anzeigen, dass ein Produkt in einem Geschäft in der Nähe vorrätig ist, auf Wunsch mit Abholung.
  • Seit dem 31. August 2026 sind sie in allen Shopping-Kampagnen standardmäßig aktiv. Wer Online und Filiale getrennt steuern will, muss das jetzt über den Inventarfilter lösen.
  • Grundlage sind drei Systeme mit identischen Store Codes: Unternehmensprofil, Merchant Center mit lokalen Inventardaten und deine Warenwirtschaft.
  • Ladenbesuche (Store Visits) sind von Google geschätzte Conversions. Sie tauchen nur auf, wenn Standorte bestätigt sind und genug Daten für die Datenschutz-Schwellen zusammenkommen.
  • Welches Ziel du optimierst, hängt davon ab, wo dein Umsatz entsteht. Filialbesuche und Online-Käufe getrennt zu messen, ist die Voraussetzung für jede Budgetentscheidung.

Was sind Local Inventory Ads?

Local Inventory Ads sind Shopping-Anzeigen mit einem Zusatz: Sie zeigen Nutzern in der Nähe, dass ein Produkt in deinem Geschäft verfügbar ist. Je nach Einrichtung sehen sie Hinweise wie "Im Geschäft verfügbar", "Heute abholen" oder "Später abholen". Ein Klick führt auf eine Produktseite mit der Verfügbarkeit im Geschäft, entweder auf deiner Website oder auf einer von Google gehosteten Seite.

Laut Google gibt es Anzeigen für lokales Inventar in über 100 Ländern, Deutschland, Österreich und die Schweiz eingeschlossen. Dazu kommen kostenlose lokale Produkteinträge: Mit denselben Daten erscheinen deine Produkte kostenlos in der Google Suche, in Maps, im Tab "Produkte" und im Unternehmensprofil.

Google nennt für die Kombination aus Shopping-Anzeigen und Local Inventory Ads im Schnitt 21 % mehr Ladenbesuche und 9 % mehr Online-Conversions (Google Ads-Hilfe, Zeitraum Juli 2023 bis Juli 2024). Das ist ein Durchschnitt von Google über viele Händler, keine Zusage für dein Konto.

Was sich am 31. August 2026 geändert hat

Bis August 2026 musste man Local Inventory Ads je Shopping-Kampagne bewusst einschalten. Seitdem laufen sie in allen Shopping-Kampagnen automatisch mit, die alte Einstellung zum Ausschalten wird ignoriert (Google Ads Developer Blog). In Performance Max war lokales Inventar schon vorher automatisch dabei.

Für Händler mit getrennten Budgets für Onlineshop und Filialen heißt das: Die Trennung läuft jetzt über den Inventarfilter der Kampagne, also über den Kanal (online oder lokal) bzw. die Kanalexklusivität der Produkte. Wer bisher eine reine Online-Shopping-Kampagne hatte, sollte prüfen, ob dort seit September auch lokale Angebote ausgespielt werden.

Was sind Ladenbesuche in Google Ads?

Ladenbesuche, im englischen Konto "Store Visits", sind Conversions, die Google schätzt. Google ordnet Besuche angemeldeten Nutzern mit aktiviertem Standortverlauf zu und gleicht das Modell mit Umfragen aus einem großen Nutzerpanel ab (Google Ads-Hilfe). Einzelne Besuche siehst du nie, nur hochgerechnete Werte auf Ebene von Kampagne, Anzeigengruppe, Anzeige und Keyword. Für die letzten Tage fehlen oft noch Daten, die Werte werden nachträglich aktualisiert.

Voraussetzungen laut Google:

  • Die Geschäfte liegen in einem unterstützten Land, Deutschland gehört dazu.
  • Das Konto ist mit dem Unternehmensprofil verknüpft, die Standorte sind bestätigt und als Standort-Assets aktiv.
  • Die Branche gehört nicht zu den sensiblen Kategorien.
  • Es kommen genug Klicks, Impressionen und Besuche zusammen, damit Google die Datenschutz-Schwellen erreicht. Kleine Filialnetze mit wenig Budget sehen deshalb oft gar keine Werte.

Ladenverkäufe (Store Sales) gehen einen Schritt weiter und verbinden Anzeigenkontakte mit Umsätzen an der Kasse. Das ist in Deutschland nur nach Freischaltung und bei sehr großen Volumen möglich, Google nennt dafür unter anderem rund 300.000 Ladenbesuche in 90 Tagen (Google Ads-Hilfe). Für die meisten Filialisten sind Ladenbesuche deshalb die realistische Messgröße.

Local Inventory Ads einrichten: Schritt für Schritt

Die Einrichtung läuft im Merchant Center über das Add-on für Anzeigen und Einträge für lokales Inventar (Google Ads-Hilfe zur Einrichtung). In der Praxis sind es fünf Schritte:

Der Weg zu Local Inventory Ads
  1. Unternehmensprofilalle Filialen bestätigt, je Filiale ein Store Code
  2. Merchant CenterAdd-on aktivieren, Land wählen, Profil verknüpfen
  3. InventardatenBestand je Filiale und Produkt, täglich aktualisiert
  4. PrüfungInventarüberprüfung und Impressum
  5. Google AdsKonto verknüpfen, Shopping oder Performance Max
Quelle: Google Ads-Hilfe und Merchant Center-Hilfe, eigene Darstellung
  1. Unternehmensprofil vorbereiten: Jede Filiale braucht einen bestätigten Eintrag mit Adresse, Öffnungszeiten und einem eindeutigen Store Code.
  2. Add-on im Merchant Center aktivieren: Land wählen und das Unternehmensprofil mit dem Merchant Center verknüpfen. Hier legst du auch fest, wo die Produktseite liegt und ob du Abholung anbietest.
  3. Inventardaten hinzufügen: Welche Produkte in welcher Filiale vorrätig sind, dazu mehr im nächsten Kapitel.
  4. Prüfung bestehen: Google prüft die Angaben stichprobenartig. Bei der Inventarüberprüfung gleichst du für 100 Produkte Preis und Verfügbarkeit im Geschäft ab, Google rechnet mit etwa zwei Stunden je Geschäft (Merchant Center-Hilfe). In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört ein Impressum dazu.
  5. Google Ads verknüpfen: Danach laufen die Angebote in Shopping und Performance Max.

Wohin der Klick führt: drei Optionen für die Produktseite

Beim Einrichten legst du fest, wo Nutzer nach dem Klick landen (Merchant Center-Hilfe):

  • Deine eigene Produktseite, die die Verfügbarkeit im Geschäft zeigt. Das ist die beste Wahl, wenn dein Shop Filialbestände schon anzeigt.
  • Eine Seite je Filiale über eine URL-Vorlage mit Platzhalter für den Store Code. Sinnvoll, wenn Preise oder Sortiment je Filiale abweichen.
  • Eine von Google gehostete Produktseite mit Filialinfos. Das geht am schnellsten, der Nutzer bleibt dann aber bei Google statt in deinem Shop.

Bietest du Abholung an, zeigt Google zusätzlich "Heute abholen" oder "Später abholen". Dafür brauchst du in den Inventardaten die Angabe, wie schnell die Ware bereitliegt. Wer Abholung verspricht, muss sie im Laden auch zuverlässig einlösen: Eine reservierte Ware, die nicht bereitliegt, kostet mehr Vertrauen als eine Anzeige ohne Abholoption.

Store Codes und Inventardaten

Der häufigste Grund, warum Local Inventory Ads nicht laufen, sind Store Codes, die nicht zusammenpassen. Der Store Code ist die Verbindung zwischen Filiale und Bestand. Er muss im Unternehmensprofil, in den Inventardaten und in deiner Warenwirtschaft exakt gleich geschrieben sein, Google unterscheidet dabei Groß- und Kleinschreibung.

Ein Store Code, drei Systeme
  1. 3
    UnternehmensprofilFiliale mit Adresse, Öffnungszeiten und demselben Store Code
  2. 2
    Inventardaten im Merchant Centerstore_code, id, availability, täglich aktualisiert
  3. 1
    Warenwirtschaft und Kasseliefern den Bestand je Filiale, zum Beispiel DE-BI-001
Quelle: eigene Darstellung nach der Merchant Center-Hilfe zu lokalen Inventardaten

Eine einfache Konvention hilft, wenn mehrere Teams Standorte pflegen:

DE-BI-001  (Bielefeld Innenstadt)
DE-HH-002  (Hamburg Mönckebergstraße)
DE-BER-003 (Berlin Mitte)

Pflicht und optional laut Merchant Center-Hilfe:

AttributBedeutungStatus
store_codeFiliale, identisch mit dem UnternehmensprofilPflicht
idProdukt-ID, identisch mit dem Online-FeedPflicht
availabilityvorrätig, begrenzt vorrätig oder nicht vorrätigPflicht
pickup_slawie schnell die Abholung möglich istPflicht bei Abholung
price, sale_pricePreis in der Filiale, falls abweichendoptional
quantityStückzahl im Geschäftoptional
pickup_methodkaufen, reservieren oder in die Filiale liefernoptional

Aktualisierung: Google schreibt, dass lokale Inventardaten täglich aktualisiert werden sollten (Merchant Center-Hilfe). Möglich ist das per Datei, über die Merchant API, über einen Datenpartner oder per Crawling des Onlineshops. Veraltete Bestände sind der schnellste Weg, Kunden zu verärgern: Wer wegen einer Anzeige in die Filiale fährt und das Produkt nicht findet, kommt so schnell nicht wieder.

Feed Schritt für Schritt: Wie wir den Hauptfeed, auf dem der lokale Inventar-Feed aufsetzt, mit Feed-Regeln aufbauen und Fehler im Merchant Center beheben, steht im Shopping & PMax Playbook.

Kampagnen für Filialen aufsetzen

Welche Kampagne lokales Inventar ausspielt, hängt vom Kampagnentyp ab:

  • Shopping: seit 31.08.2026 automatisch mit lokalem Inventar. Die Trennung von Online- und Filialangebot läuft über den Inventarfilter.
  • Performance Max: nutzt lokales Inventar automatisch. Mit dem Zielvorhaben für Ladengeschäfte optimiert Performance Max auf Ladenbesuche, Anrufe und Routenplanungen und läuft dafür auch in Maps (Google Ads-Hilfe). Die früheren lokalen Kampagnen sind 2022 in Performance Max aufgegangen.
  • Suche: mit Standort-Assets für Suchen mit lokalem Bezug, zum Beispiel Produkt plus Stadt oder "in der Nähe".

Auf Ladenbesuche bieten kannst du mit Smart Bidding in Performance Max, Suche, Shopping und Demand Gen, jeweils mit unterschiedlichen Gebotsstrategien (Google Ads-Hilfe). Voraussetzung ist, dass Ladenbesuche im Konto überhaupt gemessen werden.

So bauen wir das Standard-Setup auf:

  1. Markensuche mit Standortbezug: Wer nach deiner Marke und einer Stadt sucht, will meist in die Filiale. Standort-Assets und Öffnungszeiten gehören in diese Anzeigen.
  2. Generische lokale Suche: Produktsuchen mit lokalem Bezug im Umkreis der Filialen.
  3. Shopping oder Performance Max mit lokalem Inventar: Verfügbarkeit als Kaufargument, mit Fokus auf Sortimente, die in den Filialen tatsächlich vorrätig sind.
Welches Ziel passt zu deinem Filialnetz?
  1. Werden Ladenbesuche in deinem Konto schon ausgewiesen?
    NeinAuf Online-Käufe optimieren und Anrufe sowie Routenplanungen als Zusatzsignal nutzen
  2. Entsteht ein relevanter Teil des Umsatzes in den Filialen?
    NeinLocal Inventory Ads als Zusatz in Shopping laufen lassen, Ziel bleibt der Online-Umsatz
  3. Kannst du einem Ladenbesuch einen Wert zuordnen, etwa aus Besuch und Kaufquote?
    NeinLadenbesuche als sekundäre Conversion beobachten, bis ein Wert belegt ist
  4. Performance Max mit Zielvorhaben für Ladengeschäfte oder Ladenbesuche als Conversion mit Wert in die Gebotsstrategie aufnehmen
Quelle: eigene Darstellung nach unserem Vorgehen in Kundenkonten

Budget und Optimierung: Budget zuerst auf die Regionen, in denen Ladenbesuche messbar sind. Lokale Topseller und saisonale Artikel bevorzugen. Und erst die Messung stabilisieren, dann skalieren.

Häufige Fehler

  • Ladenbesuche werden erwartet, aber die Voraussetzungen fehlen: unbestätigte Standorte, fehlende Standort-Assets oder zu wenig Volumen.
  • Store Codes weichen ab: Schon ein Leerzeichen oder ein anderer Buchstabe trennt Filiale und Bestand.
  • Zu seltene Bestandsupdates: Die Anzeige verspricht, was im Regal fehlt.
  • Falsches Ziel: Kampagnen optimieren auf Online-ROAS, obwohl Filialbesuche das eigentliche Ziel sind, oder umgekehrt.
  • Vermischte Zahlen: Ladenbesuche landen in derselben Spalte wie Online-Käufe, der ROAS sieht besser aus, als er ist.
  • Umstellung übersehen: Seit 31.08.2026 zeigt auch eine reine Online-Shopping-Kampagne lokales Inventar, wenn der Inventarfilter fehlt.

Häufige Fragen

Was kosten Local Inventory Ads?

Sie werden wie normale Shopping-Anzeigen pro Klick abgerechnet. Die Einrichtung im Merchant Center und die kostenlosen lokalen Produkteinträge kosten nichts.

Brauche ich für Local Inventory Ads einen Onlineshop?

Nein. Wenn du keine eigene Produktseite mit Filialverfügbarkeit hast, kann Google die Produktseite hosten. Die Produktdaten brauchst du trotzdem im Merchant Center.

Wie oft muss ich den Bestand aktualisieren?

Google empfiehlt eine tägliche Aktualisierung der lokalen Inventardaten. Bei schnell drehenden Sortimenten lohnt sich ein häufigerer Abgleich.

Warum sehe ich keine Ladenbesuche in Google Ads?

Meist fehlen Voraussetzungen: Die Standorte sind nicht bestätigt, Standort-Assets sind nicht aktiv, oder es kommen zu wenig Klicks und Besuche für die Datenschutz-Schwellen zusammen. Ladenbesuche sind Schätzungen und erscheinen erst ab einem gewissen Volumen.

Kann ich Local Inventory Ads in Shopping ausschalten?

Die frühere Einstellung zum Ausschalten ignoriert Google seit dem 31.08.2026. Wer nur Online-Angebote bewerben will, begrenzt die Kampagne über den Inventarfilter auf den Kanal online.

Funktionieren Local Inventory Ads mit Performance Max?

Ja. Performance Max nutzt lokales Inventar automatisch, wenn Merchant Center und Unternehmensprofil verknüpft sind. Mit dem Zielvorhaben für Ladengeschäfte optimiert die Kampagne zusätzlich auf Besuche.

Quellen

Aus der Praxis · Case Study

Möbel Heinrich

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