Tracking & Analytics

Matomo x Google Ads

Nach diesem Playbook weißt du, wie Matomo auf deinem eigenen Server Conversions erfasst und an Google Ads übergibt, damit Smart Bidding mit vollständigeren Daten arbeitet.

9 Schritte · 4 Minuten Lesezeit

Matomo x Google Ads

Für wen

  • Onlineshops, bei denen Google Ads deutlich weniger Conversions zeigt als der Shop
  • Marketing-Verantwortliche, die Wert auf Datenhoheit legen
  • Technische Entscheider, die ein Tracking unabhängig von Google Analytics aufbauen wollen

Was du danach hast

  • Ein Bild davon, wo im klassischen Tracking Conversions verloren gehen
  • Den Ablauf von Matomo bis zum Conversion-Import in Google Ads
  • Neun Schritte für das Setup, von Server bis Qualitätssicherung
  • Die Fragen, die du vorab mit deinem Datenschutz klären solltest

Worum es geht

Smart Bidding lernt aus den Conversions, die in Google Ads ankommen. Viele Shops messen diese Conversions über Google Analytics oder den Google Tag Manager, abhängig von der Einwilligung im Cookie-Banner. Das führt in der Praxis zu drei Problemen:

  • Conversions gehen verloren: Ohne Einwilligung werden viele Käufe nicht erfasst.
  • Google hat zu wenig Daten: Die Gebotsstrategie optimiert auf einer unvollständigen Basis.
  • Zahlen passen nicht zusammen: Google Ads, Analytics und Shop zeigen unterschiedliche Werte, dazu kommen unterschiedliche Attributionsmodelle.

Unser Ansatz ist First-Party Tracking mit Matomo auf deinem eigenen Server. Matomo ist ein Open-Source-Werkzeug für Webanalyse. Die Daten liegen bei dir und werden nicht an Dritte weitergegeben. Aus Matomo gehen die Conversions per Import an Google Ads.

Klassisches Tracking und Matomo First-Party Tracking
Klassisch über Tag Manager und Analytics
  • Nutzer klickt auf die Anzeige
  • Cookie-Banner, keine Einwilligung
  • Conversion wird nicht erfasst
  • Google optimiert mit Lücken
Matomo auf dem eigenen Server
  • Nutzer klickt auf die Anzeige
  • Matomo speichert Klick-ID und Bestellung
  • Conversion geht per Import an Google Ads
  • Google optimiert mit vollständigeren Daten

In einem Kundenkonto haben wir so die Lücke zwischen Shop und Google Ads geschlossen. Vorher gingen dort rund 60 bis 70 % der Conversions durch fehlende Einwilligungen verloren, siehe die Case Study Baushop Express.

Was Matomo von Google Analytics unterscheidet

  • Datenhoheit: Die Daten liegen auf deinem Server, nicht bei Google.
  • Unabhängigkeit: keine Bindung an Richtlinien oder Speicherfristen von Google
  • Flexibilität: Das Tracking lässt sich an eigene Szenarien anpassen, etwa Retouren.
  • Weniger Verluste durch Browser: Läuft das Tracking unter deiner eigenen Domain, greifen Schutzfunktionen wie ITP und Werbeblocker seltener.

1. Matomo auf dem eigenen Server aufsetzen

  • eigenen Tracking-Server bereitstellen oder einen passenden Hoster wählen
  • Matomo auf einer Subdomain installieren, zum Beispiel tracking.deinedomain.de
  • SSL-Zertifikat einrichten
  • Grundkonfiguration: Nutzerkonten, Datenschutz-Einstellungen, automatische Updates

2. Tracking-Code einbauen

  • Matomo-Skript auf allen relevanten Seiten des Shops einbauen
  • festlegen, welche Daten ohne Einwilligung verarbeitet werden. Das klärst du vorab mit deinem Datenschutzbeauftragten, siehe Häufige Fragen.

3. Klick-ID erfassen

  • die Google Click-ID (gclid) beim Einstieg in Matomo speichern
  • sicherstellen, dass sie über den gesamten Kaufprozess erhalten bleibt, auch über Weiterleitungen zum Zahlungsanbieter

4. Conversions und E-Commerce einrichten

  • Conversions festlegen, zum Beispiel Kauf, Formular oder Newsletter-Anmeldung
  • E-Commerce-Tracking in Matomo für Umsatz, Bestellungen und Produkte einrichten
  • optional Retouren einbeziehen, damit Google mit Nettoumsatz lernt

5. Export vorbereiten

  • Export-Plugin in Matomo installieren, das Conversions mit Klick-ID als CSV ausgibt
  • Zeitplan einrichten, zum Beispiel täglicher Export per Cronjob

6. Conversions in Google Ads importieren

Vom Klick zum Import
  1. AnzeigeNutzer klickt, die Klick-ID hängt an der URL
  2. Matomospeichert Klick-ID, Bestellung und Wert
  3. Exporttäglich als CSV mit Klick-ID und Zeitpunkt
  4. ImportGoogle Ads ordnet die Conversion dem Klick zu
  5. Smart Biddinglernt aus den importierten Conversions
  • Conversion-Aktion für den Import in Google Ads anlegen
  • CSV regelmäßig hochladen, über einen geplanten Upload oder die Google Ads API
  • Werte zwischen Matomo, Shop und Google Ads abgleichen

7. Gebotsstrategie umstellen

  • importierte Matomo-Conversion als primäre Conversion-Aktion setzen, die bisherige auf sekundär, damit nichts doppelt zählt
  • Smart Bidding auf die neue Datengrundlage lernen lassen
  • Remarketing-Listen auf der vollständigeren Datenbasis aufbauen

8. Optional: Google Tag Manager anbinden

  • saubere dataLayer-Struktur aufbauen
  • weitere Pixel wie Meta oder TikTok über den Tag Manager einbinden
  • alle Tags von Drittanbietern zentral verwalten

9. Datenschutz und Qualität sichern

  • Einstellungen regelmäßig mit dem Datenschutz abstimmen
  • Tracking nach jedem Shop-Update testen
  • die gesamte Tracking-Architektur dokumentieren

Häufige Fragen

Ist Tracking ohne Einwilligung erlaubt?

Das hängt davon ab, welche Daten Matomo verarbeitet und wie es konfiguriert ist. Matomo lässt sich so einstellen, dass keine Cookies gesetzt und nur technisch notwendige Daten verarbeitet werden. Ob das für dein Setup ohne Einwilligung zulässig ist, entscheidest du mit deinem Datenschutzbeauftragten, bevor das Tracking live geht.

Wie werden Retouren berücksichtigt?

Retouren lassen sich in den Export einrechnen. Google Ads lernt dann mit dem Umsatz, der wirklich bleibt.

Kann ich weitere Plattformen anbinden?

Ja. Über den Google Tag Manager bindest du Meta, TikTok und weitere Systeme an.

Wie aufwendig ist die Einrichtung?

Server, Tracking-Code, Klick-ID und Export sind in wenigen Arbeitsschritten erledigt, der Aufwand hängt vor allem vom Shopsystem ab. Wenn du willst, übernehmen wir das komplette Setup.

Checkliste

Aus der Praxis · Case Study

Baushop Express

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Wir prüfen dein Tracking-Setup einmal komplett durch.

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Sebastian Beneke, Co-Founder von Lyonic